Was treibt mich an?

Wie gerate ich in die Situation, keine Zeit zu haben?

Das geht so:

  • Scenario 1:Ich begegne (einem oder mehreren) Menschen, die ich interessant finde, mit denen ich auf einer Wellenlänge bin, gemeinsam “spinnen” wir ein bißchen herum, und schwups, ist eine neue Idee entstanden, die wir gemeinsam realisieren wollen.Das macht Spaß, ist inspirierend und Geld verdiene ich auch dabei.
  • Scenario 2:Irgendetwas regt mich an oder auf und ich entwickle eine Idee, wie ich etwas verändern oder etwas Neues entwickeln kann. Ich such mir ein paar Gleichgesinnte, kreiere ein Projekt, suche Finanzierungsmöglichkeiten und realisiere die Idee.Das macht Spaß, ist inspirierend und Geld verdiene ich auch dabei.
  • Scenario 3:Ich bin so neugierig, die Welt ist so groß und bunt und wollte schon immer mal dies und jenes tun……Dann kommt Scenario 1 oder 2.

    Das macht Spaß, ist inspirierend und Geld verdiene ich auch dabei.

Und plötzlich habe ich so viel zu tun, dass ich keine Zeit mehr für andere Dinge habe, keine Zeit mich auszuruhen.

Die drei Scenarien sind schon eine ganz gute Erklärung, aber was treibt mich zu dieser Rastlosigkeit?

Ok, schaue ich mal mit den Modellen der Transaktionsanalyse (TA) genauer hin.
Ein paar Begriffsklärungen vorweg:

Ich-Zustand: die Einheit von Denken, Fühlen und Verhalten

Die TA unterscheidet drei Ich-Zustandskategorien:

Struktur

Sind diese drei Ich-Zustände in einer Balance, d.h., ist Mensch in der Lage in einer bestimmten Situation realitätsbezogen mit allen seinen Ich-Zuständen zu reagieren, ist die Welt in Ordnung, um es mal ganz salopp auszudrücken.

Aber ganz so einfach ist das natürlich nicht. Menschen sind keine Automaten und reagieren deshalb nicht immer der Situation angemessen. Sie folgen ihren Antreibern und befolgen ihre Einschärfungen. Auch dafür gibt es in der TA ein Modell, das Modell der Antreiber, welches wiederum ein Bestandteil des Scriptmodells ist:

Script

Scriptentscheidungen treffen wir unreflektiert in den ersten Lebensjahren und wir folgen diesem unbewußten Lebensentwurf solange, bis wir die von unseren Eltern übernommenen Werte, Normen, Gebote und gesellschaftlichen Regeln bewußt bewerten und sie in der Gegenwart bewußt verwenden.

Ich glaube, so ansatzweise ist schon klar, was das Modell erklären möchte. Wir schleppen eine ganze Menge aus unserer Kindheit in unseren Köpfen herum und wenn es brenzlig wird, dann verhalten wir uns unbewußt, (automatisch)so, wie wir es in unserer Kindheit als gut für uns empfunden haben.

Ich habe als Kind oft folgende antreibenden Botschaften gehört: ” Beeil dich, du hast nicht ewig Zeit!”, “Mach etwas ganz oder gar nicht”, “Streng dich an!”

Alle diese Antreiber haben eine negative, die Persönlichkeit einschränkende, und eine positive, gesellschaftlich anerkannte, Seite:

  • Beeil dich:in Ruhe sein ist nichts wert <–> schnell, spontan, bereitwillig, immer agierend
  • Mach etwas ganz oder gar nicht/sei perfekt:niemals einen Fehler machen, nichts vergessen <–> leistungsfähig, kompetent, korrekt, zielstrebig, hohes qualitatives Niveau
  • Streng dich an:sich immer anstrengen müssen, permanent arbeiten <–> sorgfältig, fleißig, leistungsbereit

Läuft jetzt also eines der oben beschriebenen Scenarien ab, dann starten auch meine Antreiber. Ich will alles perfekt, schnell und wirklich gut machen. Was ja per se nicht schlecht ist. Aber ich überfordere mich damit selbst.

Ich kann nicht a l l e s perfekt, schnell und wirklich gut machen.

Das weiß ich ja, aber, folge ich meinen Antreibern nicht, dann bin ich weniger anerkannt, weniger wert. Das zumindest habe ich als Kind beschlossen.

Wenn ich meine jetzige Situation ändern will, dann muß ich mehr gewichten zwischen den einzelnen Tätigkeiten, d.h., ich muß schauen, inwieweit ich alles das, was ich für cocoate mache, weiter machen will und wenn ja, mit welcher Priorität.

Zurück zu meinen Scenarios. Spaß, Inspiration und Geld verdienen sind die drei Motivatoren, denen ich in meiner Arbeit folge.

Als nächstes werde ich mir genau anschauen, was sich so über die Jahre auf cocoate.com angesammelt hat und wieviel davon mir Spaß bereitet, mich inspiriert und Geld bringt.

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Christine Graf

 

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