2008-09 Maastricht, Niederlande

Maastricht

Von Bonn nach Maastricht mit dem Zug.

Nach viermaligem Umsteigen und diversen Verspätungen komme ich spät abends an. Ich schätze mittlerweile sehr den Service der Deutschen Bahn.  Auch auf die Gefahr hin, dass mich jetzt Bahnvielfahrer beschimpfen, aber das muß ich jetzt mal los werden. Die Hightech-Züge sind sauber, das Personal meistens sehr freundlich und hilfsbereit, man weiß immer wo man ist, dank der wunderbaren Siemenstechnik und pünktlich sind die Züge auch, beinahe wenigstens. Ich bin schon in vielen Ländern Zug gefahren, aber die Deutsche Bahn bietet im Vergleich den besten Service, auch wenn sie verhältnismäßig teuer ist, aber Service kostet halt.

Laut Beschreibung ist mein Hotel nur drei Kilometer vom Bahnhof entfernt. Ich beschließe zu laufen, aber nach 100 Metern geht ein gewaltiger Hagelschauer nieder und ich rette mich in ein vorbeifahrendes Taxi. Ich habe das Gefühl, dass das Hotel doch weiter als drei Kilometer weg ist. Es liegt mitten in einem modernen Büroviertel.

Am nächsten Morgen habe ich zwei Stunden Zeit, mich ein wenig umzusehen. Ich fahre mit dem Bus ins alte Zentrum, vorbei an einer praktisch gestalteten Bürowelt. Geradlinig, ohne Schnörkel mit viel Glas für den Weitblick sind die Häuser, dazwischen viel Grün.

Vorbei auch Ceramique, früher das Zentrum der keramischen Industrie,  in welchem Stararchitekten aus aller Welt der Kunst, dem Wohnen und der Arbeit ein modernes Ambiente gebaut haben. Gegenüber, auf der anderen Flußseite liegt die alte Stadt. Die Menschen hier scheinen eine freundliche Balance zwischen arbeiten und leben gefunden zu haben.

Ich laufe über die alte Servaasbrücke und schlender durch die alten Gassen und Straßen. Die Häuser erinnern mich an Cornwall und Amsterdam und irgendwie auch an Frankreich, eine Mischung aus Backstein und prächtigen Eisenverzierungen im opulenten französichem Jugendstil.

Da hat jeder seine Spuren hinterlassen. Das Limburger Land war mal ein französisches Departement, später gehörte es mal zur englischen Krone, bevor es nach einem langen Krieg mit Belgien Mitte des 19.Jahrhunderts eine selbständige niederländische Stadt wurde.

Ich kann mir gut vorstellen, an warmen Sommertagen (heute weht ein eisiger Wind) an der Maas entlang zu schlendern, in den vielen kleinen, ausgesprochen exquisiten Shops zu stöbern und in einem der vielen Restaurants lecker zu essen. Ich muß nochmal wiederkommen, spätestens zur nächsten TEFAF, Europas größter Kunst-und Antiquitätenmesse.

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Christine Graf

 

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